Home Impressum



Prof. Ohler (rechts im Bild) bei Flugversuchen in Aalen

... von 1985 bis 1995 bei sämtlichen Weltmeisterschaften dominiert hat (6 Titel in ununterbrochener Reihenfolge - einmalig in der Geschichte des Segelflugs) und, einschließlich der vom Lizenznehmer Orlican gefertigten Baureihe DISCUS-CS, in mittlerweile über 800 Exemplaren weltweit betrieben wird und mit seiner nach hinten gepfeilten Flügelvorderkante (um die nach innen gerichtete Querströmungskomponente im Außenflügel zu verringern und damit die aerodynamisch wirksame Streckung zu vergrößern) längst zu einem typischen Schempp-Hirth-Symbol am Himmel wurde. Mit dem Baumuster DISCUS-bM gelang gleichzeitig ein eher unbemerkt gebliebener, aber großer Schritt in die Zukunft, nämlich der Nachweis der Serieneignung des "innenliegenden Triewerks" (in Zusammenarbeit mit Walter Binder) bzw. der Sprung zu einer effizienteren und weit umweltfreundlicheren Antriebskonzeption für Segelflugzeuge, die dann auch gleich im derzeitigen Flaggschiff von Schempp-Hirth, dem NIMBUS-4DM, Berücksichtigung fand. Dieser Doppelsitzer flog im April 1994 erstmals und ist mit 26,5 m Spannweite (Streckung 39,1, Gleitzahl ~60) das bisher größte von Schempp-Hirth in Serie gefertigte Flugzeug. Er ist natürlich auch als reines Segelflugzeug oder mit einer "Heimweghilfe" lieferbar.

 
 

Bundespräsident Carstens und der baden-württembergische Ministerpräsident Späth lassen sich auf der Aero '83 in Friedrichhafen das Turbo-Prinzip erklären

Letztere, auch als "Flautenschieber" oder "Turbo"-Hilfsantrieb (nach Prof. Oehler) bekannt, bietet Schempp-Hirth für fast alle Baureihen an.

Die Vorteile sind im wesentlichen in der sehr einfachen Bedienung, der funktionssicheren Konstruktion und der nur geringen Erhöhung der Flächenbelastung zu sehen. Wer nicht unbedingt auf Eigenstart angewiesen ist, hat mit dem "Turbo" durchaus einen vollwertigen Motorsegler mit dem einfachen Betriebsverhalten eines Segelflugzeuges - schließlich sind weder Anlasser, Choke noch Gashebel usw. erforderlich.

Das Bedienen der wenigen Elemente ist schon nach einem Flug mit mehrfacher "Turbo"-Benutzung zur Routine geworden. Wie sehr das normale Einsatzspektrum eines Segelflugzeuges mit Hilfe des "Turbo"-Systems ausgeweitet werden kann, zeigen Wanderflüge zum Nordkap und die Trips von der Hahnweide bis nach Spanien - bei Wetterlagen, die früher kaum zu so weiten Überlandstrecken gereizt hätten. Mit über 500 ausgelieferten Exemplaren ist der "Turbo" aber erst noch "im Kommen", zumal auch die allerneuesten Flugentwicklungen darauf abgestimmt werden.

 
 

Nimbus-4DM über den Schweizer Alpen

Wie schon zuvor erfolgreich mit dem Doppelsitzer NIMBUS-3D praktiziert, basiert auch der NIMBUS-4D auf einem Einsitzer, nämlich NIMBUS-4, dessen Auslegung allerdings noch besser geeignet war, da er als grundlegend neu entwickeltes Wettbewerbsflugzeug der Offenen Klasse die perfekteste Verwirklichung aller aerodynamischen Möglichkeiten darstellte und an ihm alle im Segelflugzeugbau anwendbaren Technologie-Fortschritte einschließlich Cockpit-Crashtest realisiert werden konnte. Sein Erstflug erfolgte im Mai 1990 als "Turbo"-Segler, kurz darauf gewann er bereits die Weltmeisterschaft für Motorsegler. 1994 folgte dann der Doppelsieg bei den Europameisterschaften in Rieti und 1995 der Gewinn der Weltmeisterschaft in Neuseeland. Mit der zunehmenden Anzahl der Freunde des doppelsitzigen leistungs- und Wettbewerbsfliegens dominiert natürlich die Produktion des NIMBUS-4D seit geraumer Zeit gegenüber der des Einsitzers. Daß das Fliegen zu zweit tatsächlich enorm an Attraktivität gewonnen hat, beweist auch den "Run" auf den Doppelsitzer der Schempp-Hirth-Produktionspalette, den DUO-DISCUS, ...

 
 

Duo Discus in der USA

... einem von Klaus Holighaus speziell für Schulung und Leistungsflug konzipierten Zweisitzer mit den anerkannt harmonischen Flugeigenschaften des einsitzigen Vorbildes DISCUS und einer eher noch perfekteren Ruderabstimmung. Mit seiner Spannweite von 20 m ist der DUO-DISCUS das leistungsstärkste doppelsitzige Starrprofil-Segelflugzeug für den Einsatz im Clubbetrieb und schon fast eine Klasse für sich. Der Erstflug des DUO-DISCUS fand am 11.03.1993 auf der Hahnweise statt. Trotz bisher begrenzter Produktionsmöglichkeiten waren Ende 1997 bereists über 150 Maschinen weltweit im Einsatz. Ein gutes Jahr später, am 31.03.1994, folgte dann schon der Jungfernflug des ersten Baumusters einer "neuen Ventus-Generation", einer noch von Klaus Holighaus konzipierten und mit Elan vorangetriebenen Flugzeugfamilie, die er aber nicht mehr zum Abschluß bringen konnte, da er am 09.08.1994 durch einen Flugunfall sein Leben verlor. Die Baumuster VENTUS-2a und VENTUS-2b hatte er beide noch geflogen und auch den Doppelsieg des neuen VENTUS-2 bei den Europameisterschaften 1994 in Rieti als Bestätigung seiner Tragflügelkonzeption erlebt. ...

 
 

... Seine letzte Entwicklung gewann dann sowohl im folgenden Jahr die Weltmeisterschaft in Neuseeland als auch 1997 in Frankreich. Auch wenn er vielleicht nicht selbst auf dem Siegertreppchen gestanden hätte, so wäre für Klaus Holighaus die Segelflug-Weltmeisterschaft 1995 in Neuseeland trotzdem zum größten Triumph seines Lebens geworden, denn nicht nur rund die Hälfte aller Teilnehmer flogen eine seiner Konstruktionen, Schempp-Hirth stellte mit DISCUS und NIMBUS-4 auch die Siegerflugzeuge der beiden anderen Klassen. Die gleichfalls noch von Klaus Holighaus in die Wege geleitete 18 m Version des VENTUS-2 wurde am 30. März 1995 von dessen Sohn Tilo erstmals geflogen. Sie wird als Segelflugzeug VENTUS-2c, mit Turbo-Heimweghilfe als VENTUS-2cT und als Eigenstarter VENTUS-2cM hergestellt. Bis Frühjahr 1998 waren bereits 100 Exemplare ausgeliefert, wobei letztere in der Gunst der Kunden den größeren Anteil hatte. Ab Sommer 1998 wird der Selbststarter alternativ mit einem noch stärkerem Triebwerk (SOLO) produziert. ...

 
 

1998 war aber auch insofern ein Jahr bedeutender Ereignisse für Firmenleistung und Belegschaft:

  • im Januar die Übergabe des 4000. seit Firmengründung gebauten Schempp-Hirth-Flugzeuges zu verzeichnen war (einschließlich Lizenzbauten).
  • Im April erfolgte der Erstflug des neu entwickleten Standardklasse-Flugzeuges DISCUS-2 und schon die ersten Wettbewerbe brachten schöne Erfolge (Sieger beim Hahnweide-Wettbewerb und den nationalen Meisterschaften in Deutschland und England). Damit ist dem DISCUS-2 ein ähnlicher Erfolg großer beschieden, wie vormals seinem Vorgänger, zumal auch sein Handling - insbesondere die Wendigkeit - als überragend gelobt wird. 
  • Im Spätsommer wurde aus dem tschechischen Chocen der 250ste DISCUS-CS angeliefert.
 
 

Weiterer Erfolge brachte uns das Jahr 1999

mit dem Erstflug des

  • "Duo-Discus-Turbo"
  •  mit dem erneuten Gewinn der Aero-Kurier-Leserwahl 1999 des "Duo-Discus" als "Segelflugzeug des Jahres"

und vor allem

mit dem Sieg von Schempp-Hirth-Flugzeugen bei den Weltmeisterschaften in Bayreuth in allen drei Klassen durch

  • Giorgio Galetto auf "Ventus-2a"
  •  J.M. Caillard auf "Discus-2a"
  • Holger Karow auf "Nimbus-4"

Darüber hinaus wurde Gunther Stahl auch noch Junioren-Weltmeister in der Standardklasse auf "Discus-2b"

 
 

Copyright © 2006 Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH, Kirchheim unter Teck, Germany.