
Selbststartendes einsitziges Hochleistungs-Segelflugzeug der Offenen Klasse
Die im Frühjahr 2000 erstmals geflogene zweite Generation dieses an der Spitze seiner Klasse liegen- den Motorseglers (Gleitzahl > 60) unterscheidet sich vom Vorgängermuster hauptsächlich durch den vom Doppelsitzer NIMBUS-4DM übernommenen Antrieb, bei welchem das flüssigkeitsgekühlte Triebwerk (SOLO, Type 2625-02, 47 kW, mit Doppelzündung) innerhalb des Rumpfes gedreht und nur der starr ver- bundene Propellerträger nach oben ausgefahren wird. Die Kraftübertragung auf die Luftschraube erfolgt, 3 : 1 untersetzt, mittels eines Zahnriemens, der lärm- gedämpft im Innern des Kohlefaser-Propellerträgers geführt wird, an welchem auch der Kühler angeflanscht ist.
Der Schwenkvorgang, der auch den Schalldämpfer mit nach oben gerichtetem Abgasaustritt umfaßt, wird von einem elektrischen Spindelantrieb ausgeführt und, wie diverse Triebwerksfunktionen, über ein ILEC-Multi- funktionsgerät angesteuert und überwacht. Letzteres verhindert zugleich Fehlbedienungen (wie z.B. Anlas- sen mit noch gezogener Propellerbremse oder nicht voll ausgefahrenem Pylon) und gibt Auskunft über Dreh- zahl, Temperatur und Tankinhalt.
Für den Fall eines Versagens des Pylon-Antriebes (z.B. eines Endschalters) ist mit Hilfe eines Notschal- ters ein Umgehen aller Sicherungseinrichtungen und ein direktes Aktivieren des Spindelantriebes möglich. Die Stromversorgung des Antriebssystems wird von ei- ner 12 V/24 Ah-Batterie übernommen, welche im Kraft- flug von einem Generator nachgeladen wird - Platz für weitere Akkus für die Avionic ist vorhanden. Die Konzeption des NIMBUS-4M, der ja nicht als "Touring"-Motorsegler, sondern als Hochleistungs- Segelflugzeug mit Eigenstartfähigkeit betrieben werden soll, gewährleistet ein ausreichend kraftvolles Start- und Steigverhalten - hohe Reisegeschwindigkeit beim Motor- betrieb oder große Reichweiten wurden also nicht angestrebt. Trotzdem ermöglicht der Inhalt der beiden Serien- tanks "Sägezahn"-Flüge über 450 km (bzw. 750 km bei Verwendung eines weiteren Flügeltanks). Der Rumpftank alleine reicht jedoch schon aus, 3 bis 4 Eigenstarts auf jeweils 1000 m Höhe auszuführen.
Eine im Rumpf integrierte Betankungsanlage erlaubt ein müheloses Auffüllen der installierten Tanks. Die Triebwerkseinheit ist im übrigen so konzipiert, daß sie dank gut zugänglicher Aufhängepunkte und diverser Schnellkupplungen mit geringem Aufwand aus- und eingebaut werden kann - schließlich darf der NIMBUS-4M ja auch jederzeit mit ausgebautem Antrieb (und damit ca. 55 kg weniger Gewicht) geflo- gen werden. Die erforderliche Bugkupplung für Flugzeugschlepp ist serienmäßig installiert, eine Windenschleppkupplung ist als Option erhältlich. In seinen Flugeigenschaften unterscheidet sich der Selbststarter kaum vom Segelflugzeug NIMBUS-4, aufgrund der höheren Rumpfmasse ist sein Handling im Kreisflug eher noch angenehmer.
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