Sailplane and Sky
13.10.2021

Beim Finale des Sailplane Grand Prix im französischen St. Auban im vergangenen September konnte der Ventus 3 bei insgesamt sechs Wertungstagen satte vier Tagessiege einfliegen. Gleich drei davon an den ersten drei Wertungstagen mit "Super"-Mario Kiessling am Steuer.

Der Sailplane Grand Prix wird aktuell mit 18-Meter-Fliegern ausgetragen, beim Finale der Serie im franzöischen Saint Auban im September treten insgesamt zwanzig Piloten an, sechs davon mit unserem Ventus 3. In Saint Auban ist die Flächenbelastung auf 48 Kilogramm pro Quadratmeter Fläche begrenzt, der Abflug in die Rennen erfolgt mit einem sogenannten Regattastart, bei dem alle Flieger zur gleichen Zeit über die Startlinie gehen. Die ersten neun Platzierten eines jeden Wertungstages erhalten Punkte – der Erste zehn, der Zweite acht, und dann geht’s hinunter bis zum Neunten, der noch einen Punkt erhält. Diese Punkte werden zur Gesamtwertung addiert, und wer am Ende des Wettbewerbs, der aus mindestens sechs Wertungstagen bestehen sollte, die meisten Punkte auf seinem Konto hat, ist der neue Weltmeister.

Klasse die Leistung von Mario Kiessling in den ersten drei Wettbewerbstagen. „Super-Mario“, wie der Pilot des Ventus 3 von den beiden Kommentatoren des Wettbewerbs schon bald genannt wird, dominiert die ersten Tage auch dank seiner aggressiven und kreativen Herangehensweise. Mario Kiessling stürmt immer dem Pulk vorweg, wählt eigene Linien, fliegt auch mal tief im Terrain, was dann auch wegen seiner guten Ortskenntnis in den ersten Tagen zum Erfolg führt. Sensationell seine Aufholjagd am dritten Wertungstag: Obwohl vom Pulk unter Führung von Sebastian Kawa schon beinahe abgehängt, bringt Mario Kiessling am Pic de Bure die nötige Geduld auf, wird mit einem Fünf-Meter-Bart für seinen Endanflug belohnt, und kann das bereits weitgehend enteilten Feld aus deutlich größerer Endanflughöhe bis St. Auban überholen. Dabei zeigt sich aber auch, dass gegen den Ventus 3 – jedenfalls bei der hier vorgeschriebenen Flächenbelastung – kaum ein Kraut gewachsen ist.

Am vierten Wertungstag erst reißt die Siegesserie von „Super Mario“: Kiessling springt zu tief vom Pic de Bure in Richtung Osten ab, schafft den Sprung über den Lac de Serre-Ponçon in Richtung Barcelonette nicht und gibt den Flug – aussichtslos hinter dem Feld liegend – schließlich auf und kehrt ohne Vollendung der Aufgabe nach St. Auban zurück. Dieser Nuller bringt den Polen Sebastian Kawa, der den Tag zwar auch nicht gewinnen kann, aber immerhin als Zweiter das Ziel sieht, bis auf einen Punkt an den Ventus-Piloten heran. Der fünfte Wertungstag bringt dann ein Kopf-am-Kopf-Rennen der beiden Spitzenleute, keiner kann sich entscheidend absetzen, am Ende schlägt Sebastian Kawa seinen deutschen Konkurrenten um knapp über eine Minute, übernimmt damit erstmals die Gesamtführung mit einem Punkt Vorsprung.

Für den letzten Wertungstag ist die Ausgangslage damit klar: Wer von den beiden vorn liegt, wird Weltmeister. Mario Kiessling riskiert wieder viel, findet sich nach etwa der Hälfte des Fluges wieder tief im Terrain wieder und bricht auch diesen Flug in aussichtsloser Position hinter dem Feld ab. Was Sebastian Kawa schließlich den Titel bringt. Diesen letzten Tag erwischt wiederum Tilo Holighaus am besten: Ein bisschen hinter dem Feld her hängend, kann er einem Regenschauer auf den letzten Kilometern ausweichen, zieht zudem noch einen ordentlichen Endanflugbart und gewinnt diesen letzten Tag.

Für alle Piloten war dieses Grand-Prix-Finale in Saint Auban ein wundervolles Erlebnis mit spannenden Flügen und toller Atmosphäre unter den Teilnehmern. Und unser Ventus 3 hat seine Konkurrenzfähigkeit in der 18-Meter-Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt.