Am 2. Juli starten Max und Simon zu einem ausgeschriebenen FAI Dreick von 1000 km. Am Ende des Tages, nach über elf Stunden Flugzeit, sind es dann sogar 1312 km. Max Schäfer berichtet von diesem ganz besonderen Tag.
"Der Tag begann entgegen unserer Erwartungen schon sehr früh. Am Vortag hatte es auf der Schwäbischen Alb noch kräftig geregnet, weshalb wir zunächst nicht mit einem derart außergewöhnlichen Flugtag gerechnet hatten.
Als wir um 9:15 Uhr starteten und mit laufendem Motor in Richtung unseres Abflugpunkts flogen, standen bereits die ersten Cumuli. Auf dem Weg Richtung Klippeneck entwickelten sie sich rasant und reihten sich perfekt auf. Bis zur ersten Wende am Schluchsee und anschließend bis zum Schwarzwaldausgang in Richtung Kraichgau verlief alles völlig problemlos.
Dann wurde es etwas anspruchsvoller. Die typische „Schwarzwaldwurst“ verlief unter dem Stuttgarter Luftraum, während der Kraichgau – bis auf wenige einzelne Wolken – noch komplett blau war. Mit etwas Geduld gelang uns schließlich der Einstieg in den Odenwald. Dort kam zum ersten Mal der Gedanke auf: Wow – es ist erst 12:30 Uhr und wir haben bereits fast 50 % der angemeldeten 1000-km-FAI-Strecke geschafft. Das könnte etwas richtig Großes werden!
Die einzige Ernüchterung folgte dann auf dem Südost-Schenkel Richtung Bayerischer Wald. Quer zum Wind waren die Aufwinde deutlich schwieriger zu treffen, sodass wir gleich zweimal auf unter 500 m AGL sanken.
Ab der Wende ging es dann wieder gegen den Wind – und plötzlich passte wieder alles. Traumhafte Linien, einfaches Vorankommen und schließlich die große Überraschung: eine unglaubliche Konvergenz im Donautal bis hinunter an den Züricher Luftraum.
Diese Linie war schlicht sensationell – genau so, wie man sie sonst nur zwischen Helmeringhausen und Rehoboth in Namibia erlebt.
Ein wahres Geschenk der Natur, das letztlich die 1.300 Kilometer möglich gemacht hat.
Wie immer war es mit Simon ein großartiges Teamwork. Und das Ganze im Ventus 3M – für mich wohl der beste Flieger für solche Tage. Das lenkbare Spornrad, ein Motor mit genügend Leistung, um schnell einen weiter entfernten Abflugpunkt zu erreichen, und ein Flugverhalten, das seinesgleichen sucht. So konnte man sich über 11,5 Stunden voll und ganz auf die Streckenwahl konzentrieren, anstatt permanent den Flieger „fliegen“ zu müssen."
Wir gratulieren Max und Simon zu dieser überragenden Leistung – und sind gespannt, was sie als nächstes machen!
Schaut euch ihren Flug unbedingt auf Weglide an: https://www.weglide.org/flight/1139330