Sailplane and Sky
03.06.2026

Auf den meisten nationalen und internationalen Segelflugwettbewerben der Doppelsitzerklasse ist die Dominanz des Arcus schon ein gewohntes Bild. So auch 2026 auf der Hahnweide. Das zeigt eindrücklich das Vertrauen, das die Pilotinnen und Piloten in die Performance dieses Flugzeuges setzen.

 

Aber auch der Ventus-3 konnte auf der Hahnweide 2026 erneut seine Spitzenperformance und Allroundqualitäten unter Beweis stellen.

Bei unterschiedlichsten und anspruchsvollen Wetterlagen flogen die Piloten Bert Schmelzer, Sebastian Beule und Tijl Schmelzer mit dem Ventus-3 T und Ventus-3 M auf die Plätze 1-3 des international hochkarätig besetzten Wettbewerbs. Und auch auf den weiteren Plätzen zeigte sich der Ventus-3 sehr gut vertreten. Schempp-Hirth gratuliert allen Pilotinnen und Piloten dazu ganz herzlich.

Wir freuen uns auf den folgenden Erfahrungsbericht des Gesamtsiegers der 18m Klasse Bert Schmelzer:   

 

Vier Tage, vier verschiedene Welten 

Der Hahnweide-Wettbewerb 2026 war alles andere als einfach. Die Bedingungen waren an allen vier Tagen extrem anspruchsvoll und gleichzeitig außergewöhnlich abwechslungsreich. Am ersten Tag standen bereits vor der Abfluglinie Regenschauer, während im westlichen Teil der Aufgabe nur zähe Warmluftthermik zu finden war. Östlich des Nördlinger Ries dagegen lief es plötzlich hervorragend mit hoher Basis und Steigwerten bis 3 m/s. Der zweite Tag war dafür taktisch äußerst anspruchsvoll und brachte vor einer herannahenden Front ausgedehnte Cirren, Blauthermik und starken Wind. Am dritten Tag warteten ruppige, dafür kräftige Wolkenthermik, Hangflugeinlagen und eine geschlossene 8/8-Abschirmung im nördlichen Schwarzwald. Zum Abschluss gab es am vierten Tag erneut einzelne Schauer, dafür fantastische Aufreihungen und eine scheinbar endlose Konvergenz entlang des Donautals, die nur ganz wenige entdeckt haben. Meist entscheiden ein oder zwei schwierige Tage einen Wettbewerb. Diesmal war der gesamte Wettbewerb von vier außergewöhnlichen und erlebnisreichen Wertungstagen geprägt.

Bemerkenswert dabei: Alle vier Tagessiege in der 18m-Klasse gingen an Piloten eines Ventus-3. Ich konnte drei von vier möglichen Tagessiegen gewinnen, den vierten holte mein Bruder Tijl. Dass wir gemeinsam sämtliche Tagessiege gewonnen haben, zeigt für mich sehr deutlich, wie gut dieses Flugzeug zu den vorherrschenden Bedingungen gepasst hat. Entscheidend war, konstant schnell zu bleiben, ohne unnötige Risiken einzugehen. Und wenn es doch einmal tief wurde, half der Ventus selbst mit hoher Flächenbelastung durch sein harmonisches Handling und seine Feinfühligkeit, aus jeder Situation das Maximum herauszuholen. Er steigt auch in engen Bärten bei starkem Wind und ruppiger Thermik außergewöhnlich gut und bleibt dabei jederzeit einfach und angenehm zu fliegen. Dasselbe Fluggefühl hilft auch in schnellen Konvergenzen und Aufreihungen, die optimale Linie zu finden. 

Der Ventus vermittelt einfach enormes Vertrauen, gerade unter den häufig komplexen und wechselhaften Wetterbedingungen Europas. Seine größte Stärke ist für mich seine Vielseitigkeit: an schwachen blauen Tagen genauso wie entlang schnellen Konvergenzen. Genau das war auf der Hahnweide 2026 der entscheidende Faktor.